Der Gemeinderat für Kinder und Jugendliche (Codeni) von Presidente Franco, im Departement Alto Paraná, hat die Eltern von drei Kindern außergerichtlich abgemahnt, die sich weigern, sie gegen Masern und andere vermeidbare Krankheiten impfen zu lassen. Die Maßnahme erfolgte, nachdem die Familiengesundheitseinheit (USF) des Stadtteils San Miguel den Fall gemeldet hatte, nachdem alle Dialog- und Aufklärungsversuche ausgeschöpft waren.
Laut der Leiterin von Codeni, der Anwältin Balbina Almada, lehnen die Eltern die Impfung ihrer Kinder „rundweg“ ab, darunter auch wenige Monate alte Säuglinge, deren Impfstatus den Gesundheitsbehörden unbekannt ist. „Das ist äußerst schwerwiegend“, sagte Almada, die erklärte, nach der Abmahnung in sozialen Netzwerken kritisiert worden zu sein.
Die außergerichtliche Aufforderung warnt vor den rechtlichen Konsequenzen, falls die Kinder an vermeidbaren Krankheiten erkranken. Das Gesetz 4621/15 macht die Impfung von Kindern zur Pflicht, und das Kindergesetzbuch sowie die Nationale Verfassung garantieren das Recht auf Gesundheit und das Kindeswohl. Almada betonte, dass der Widerstand einiger Eltern nach der Pandemie zugenommen habe, genährt durch Fehlinformationen über die Wirksamkeit von Impfstoffen, obwohl Paraguay historisch hohe Impfraten bei Kindern aufweist.
Wenn die Familie die Impfpässe nicht innerhalb der festgelegten Frist aktualisiert, wird der Fall an die Staatsanwaltschaft und die öffentliche Verteidigung weitergeleitet. Das Gericht kann eine Zwangsimpfung als Schutzmaßnahme anordnen. Die wiederholte Weigerung kann den Straftatbestand der Verletzung der Fürsorgepflicht darstellen, der in der paraguayischen Gesetzgebung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet wird, insbesondere wenn die Minderjährigen aufgrund der Unterlassung der Eltern erkranken.
Almada erklärte, dass Codeni die institutionelle Pflicht habe, zu handeln, um das Leben und die Gesundheit schutzloser Kinder zu schützen. „Wenn wir nicht handeln, sind auch wir verantwortlich", sagte sie. Sie bezeichnete den Fall als den schwerwiegendsten, der in Presidente Franco seit ihrem Amtsantritt registriert wurde, da es in früheren Fällen gelungen sei, die Eltern durch Beratung und Begleitung zu überzeugen.