Am Hochfest der Aufnahme des Herrn schlägt eine im Blog Gotas de Paz veröffentlichte Reflexion franziskanischer Inspiration eine hoffnungsvolle Lesart des an diesem Sonntag gefeierten Geheimnisses vor. Der mit dem traditionellen Gruß „Friede und Gutes“ unterzeichnete Text geht von der Verheißung Jesu im Matthäusevangelium aus: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20).
Der Meditation zufolge bedeutet Jesu Rückkehr zum Vater keine Distanz, sondern die Möglichkeit, ihn überall zu finden. „Sein Aufstieg in den Himmel war kein Verlassen der Menschheit, sondern ein immerwährendes göttliches Gegenwärtigsein“, so der Autor. Die Reflexion lädt den Leser ein, mit Jesus zu sprechen, zu beten und seine Gegenwart zu spüren, denn „da er zur Rechten Gottes ist, hat er Macht und Herrlichkeit und verlässt dich niemals“.
Ausgehend vom Johannesevangelium (16,28) erinnert der Text daran, dass die Menschwerdung Christi die Größe der göttlichen Liebe offenbarte, die die Menschheit nicht in der Finsternis verlassen wollte. „Jesus hatte eine Mission unter uns: uns das Herz des Vaters zu zeigen und uns für ihn zu gewinnen“, schreibt er. Seine Rückkehr in den Himmel, die die menschliche Natur mit sich nimmt, wird als Garantie dafür dargestellt, dass die Gläubigen „mit dem Himmel verbunden“ sind.
Ein anderer Abschnitt, basierend auf Johannes 16,21, vergleicht den geistlichen Sieg mit der Geburt: Die Frau vergisst den Schmerz über die Freude am Kind. Der Autor kritisiert die „Kultur der minimalen Anstrengung“ und warnt, dass die Vermeidung allen Leidens „den Geschmack des Sieges“ nehmen könne. „Die Mittelmäßigkeit entfärbt unser Leben und macht es geschmacklos“, schließt er.
Schließlich unterstreicht die Reflexion über die Wahl des Apostels Matthias (Joh 15,16), dass Gott die Initiative ergreift. „Er ist es, der uns erwählt, auch wenn wir oft glauben, dass wir ihn gefunden haben. In Wahrheit hat er schon lange auf uns gewartet“, heißt es im Text. Der Autor ermutigt den Leser, anzunehmen, dass Gott ihn erwählt hat und sein Leben führen will, und dass das, was geschieht, „keine bloßen Zufälle“ sind.